Mai 19, 2016

T+16 Astana, Kasachstan

Wieder alles anders!


Statt heute bin ich jetzt doch schon gestern nach Astana gereist, und statt Samstag fliege ich am Freitag nach Hause. Deshalb war gestern doch ein recht stressiger Tag. Der Wecker klingelte um 05:00 Uhr morgens und abfahrt war dann um 06:00 Uhr. An diese Reisen von Terekty nach Astana werde ich mich wohl nie gewöhnen. Ich frag mich wirklich wie man auf solchen Straßen nur dauerhaft fahren kann, bzw. wie oft dort Unfälle passieren. Die Autos wirklich für mich nicht so als hätte sie ein TÜV einmal geprüft bzw. sind sie so alt wie die Autos die bei uns schon lange als Oldtimer zählen. Außerdem haben die Kasachen einen ziemlich rasanten Fahrstil! Nichts desto trotz bin ich nach dieser ewig andauernden fahrt, gegen 14:00 Uhr im Hotel angekommen und mich spontan dazu entschlossen, gleich noch in die Stadt zu gehen. Auf Google Maps nachgeschaut wie man am besten in die Innenstadt kommen kann und danach wollte ich los. 5,3km wären es bis zur Stadtmitte gewesen, also kann man dort zu Fuß hingehen dachte ich mir. Das habe ich dann auch getan, nur leider habe ich mich furchtbar verlaufen und das nicht nur beim hingehen sondern auch beim Zurück gehen. 28km bin ich an diesem Tag insgesamt gegangen, mit Schuhen, die absolut nicht für so lange Märsche ausgelegt sind. Als ich um 20:30 Uhr endlich wieder im Hotel war konnte ich mein Glück kaum fassen. Meine Füße waren bzw. sind übersät mit Blasen und mein linkes Bein ist angeschwollen.  Es war ein Horror. Jetzt frägt sich der Ein oder Andere vermutlich, wieso ich denn niemanden nach dem Weg gefragt habe? Gut, dass ist leicht erklärt- ich bin ein Mann und Männer fragen nicht nach dem Weg. Natürlich hätte es auch die Möglichkeit eines Taxis gegeben, aber da war weit und breit keines. Ich weiß natürlich, dass ich an meiner Lage selbst schuld bin und vielleicht werde ich mich das nächste Mal zumindest um einen Stadtplan bemühen, aber trotzdem war es ein super „Spaziergang“! Fotos habe ich natürlich auch etliche gemacht, die ich euch nicht vorenthalten will, die Poste ich aber erst im nächsten Post, da ich mich jetzt mit einem Kollegen treffen muss. Bis dahin wünsch ich euch wie immer nur das Beste,



Glück Auf!

Mai 17, 2016

T+15 Terekty, Kasachstan

Umbruch.


So schnell kann es gehen liebe Leserinnen und Leser. Eigentlich war mein Aufenthalt in Kasachstan bis zum 23.05. geplant, da es aber zu einem schwerwiegendem Problem in der Firma gekommen ist, wurde das Commissioning an dem ich Teilnahm kurzerhand abgebrochen. Die Reparaturarbeiten an den beiden kaputten Maschinen werden die nächsten 2 bis 3 Monate in Anspruch nehmen. Das heißt für mich, dass es im August zu einem weiteren Kasachstan-Aufenthalt kommen wird. Dort werde ich dann aber auf jeden Fall besser vorbereitet herkommen und werde ganz sicher einen Koffer voll Essen mit mir mitschleppen!  Ich werde dennoch nur 2 Tage früher nach Hause kommen als geplant, sprich statt Montag, werde ich am Samstag in Graz landen. Am Donnerstag werde ich von Terekty, Richtung Astana abreisen und noch einen freien Freitag dort verbringen ehe mein Flug dann am Samstag um 04:45 am Morgen nach Frankfurt am Main abheben wird, solange es zu keinen weiteren Streiks wie beim Hinflug kommen wird.  Ich bin jetzt seit knapp 3 Wochen in Terekty und freue mich unendlich auf gutes Essen, ausschlafen und Freizeit in der ich auch wirklich etwas erleben kann. Das Sightseeing in Astana wird, insofern das Wetter mitspielt eine tolle Erfahrung, da ich schon viel über Astana gelesen habe und auch bei der Ankunft ein paar Eindrücke sammeln konnte. Das Wetter sieht laut Wetter.com mit 23°C und Sonnenschein auch super aus, also steht einem tollen Tag in Astana nichts im Wege. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.


Liebe Grüße und Glück Auf!

Mai 15, 2016

T+14 Terekty, Kasachstan

 Rich Kidz und die Oberklasse!



Ok, der Titel mit den Rich Kids ist ein wenig übertrieben, aber wie bereits gestern erwähnt komme ich heute zum Zweiten Teil der Terekty Dorfbewohner, der Oberschicht welche sich durch die Minenarbeiter ausdrückt. Sie kommen zumeist aus Karaganda und hatten dort die Möglichkeit eine höhere Schule oder gar die Universität des Bergbaus zu besuchen. Deswegen wurden diese Menschen angeworben und gebeten nach Terekty zu ziehen. Im Gegenzug dafür wurden die ganzen Häuser, Wohnungen und die Kantine gebaut. Selbst eine Bar mit Billardtischen und einem Aquarium wurde gebaut und vor ca. einer Woche eröffnet. Der ganze Komplex wird streng von bewaffneten Sicherheitsbediensteten überwacht. Bäume wurden gepflanzt (in diesem Teil Kasachstans wachsen für gewöhnlich aufgrund der harten Winter und der heißen Sommer kaum Bäume) und Parks angelegt. Aber wie schon gestern gesagt, macht euch doch am besten selbst ein Bild davon! 


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Glück Auf!

Mai 14, 2016

T+13 Terekty, Kasachstan

Ghetto, Slums, Armut.



Hallo Leute, wie schon gestern kurz angesprochen würde ich heute einfach gerne ein paar Eindrücke von Terekty vermitteln und ich habe mir überlegt das auf zwei Tage aufzuteilen. Heute möchte ich mit dem „normalen“ Terekty beginnen. Also mit den Häusern und der Umgebung dieser Bewohner. Man wird nicht schwer erkennen können wie dreckig hier alles ist. Bis auf eine kurze Straße gibt es auch keinen Asphalt oder Straßenbeleuchtungen. Es wirkt als würden die Menschen gleich wie die Tiere im Dreck leben aber mit Kühen und anderen Tieren lebt man hier generell im Einklang. Auch die Straßen werden sich von Mensch, Tier und Autos gleichermaßen geteilt. Wenn jetzt also eine Kuh mitten auf der Straße steht, dann muss nun einmal gewartet werden und das ist keine Seltenheit. Ich möchte euch gar nicht lange auf die Folter spannen und lange herum schreiben, sondern gleich die Fotos posten. Ich denke auch das ich an dieser Stelle nicht mehr viel sagen muss und wünsche euch noch einen schönen Tag und bis morgen, wenn es dann um die gehobene Minenarbeiter-Klasse geht.


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Glück Auf!

Mai 13, 2016

T+12 Terekty, Kasachstan

Zweiklassengesellschaft!


Terekty, der Ort in dem ich nun schon seit fast 3 Wochen lebe und der geschätzt zwischen 300 und 400 Einwohner zählt, hat eine extrem deutliche Zweiklassegesellschaft. Zum einen gibt es die Farmer und Bauern im Dorf, die ich auf ungefähr die Hälfte der Gesamteinwohneranzahl schätzen würde und zum anderen die Arbeiter der Mine, in der auch ich arbeite, welche die andere Hälfte bilden. Jedoch haben die Arbeiter nicht schon immer hier gelebt, sondern sind erst mit Baubeginn der Mine nach Terekty gezogen. Die Meisten davon, wie z.B. auch Malika, bekannt aus den vorherigen Posts, kommen aus Karaganda. Doch für die Arbeiter der Mine mussten gewisse Anforderungen erfüllt werden. Niemand zieht freiwillig aus der 4. größten Stadt Kasachstans in ein, damals noch 150 Seelen Dörflein wie Terekty. Das bedeutet, dass alle Arbeiter der Mine schon einmal ein viel höheres Einkommen haben als die Ortsansässigen Menschen, welches wiederum auch erklärt wieso Malika und weitere Arbeiter Smartphones etc. besitzen.  Um den Reiz nach Terekty zu kommen zu erhöhen, wurden für die Arbeiter extra Häuser bzw. eine ganze Wohnanlage gebaut, in der unter Anderem auch die Mehrzweckhalle inklusive der Kantine ihren Platz findet. Die Straße dorthin ist asphaltiert, es gibt eine Straßenbeleuchtung und die gesamte Anlage wird rund um die Uhr durch eine eigene Security bewacht. Es wirkt also so, als hätten die Arbeiter der Mine, die eigentlichen Anwohner aus ihrem eigenen Dorf vertrieben obwohl diese noch da sind. Man lebt nicht miteinander sondern voneinander abgeschottet. Es scheint als hätten die Arbeiter auch Angst, von den Bauern ausgeraubt zu werden, wozu würde man sonst eine eigene Security anstellen, die obendrein noch bis auf die Zehennägel bewaffnet ist. Man hat für die Kinder der Arbeiter Spielplätze in der Wohnanlage gebaut, organisiert Veranstaltungen, baute eine Karaoke Bar (welche allerdings noch nicht in Betrieb ist), ein Aquarium, ein Pool, eine Turnhalle und eine Kantine, nur für die Arbeiter und deren Familien. Ich bezweifle stark, dass die eigentlichen Einwohner Zugang zu all diesem Luxus haben. Gott sei Dankt gibt es noch keinen eigenen Shop für die Arbeiter, so können die Einheimischen in ihren kleinen Geschäften noch ein wenig Profit herausschlagen. Um ehrlich zu sein ist es ziemlich hässlich so ein System jeden Tag vor der Türe zu haben. Es ist gleich wie in allen Bergbaudörfern – in kurzer Zeit wird alles für die Arbeiter und deren Familien gebaut und spätestens wenn eine Krise kommt, oder die Mine schließt weil z.B. das abzubauende Material nicht mehr ertragreich genug ist, ziehen die Menschen wieder weg und es entsteht eine neue ,hässliche, verfallene Geisterstadt. Morgen werde ich dann eine kleine Fotostrecke posten, damit ihr euch selbst einen besseren Eindruck von der Situation verschaffen könnt. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag,


Glück Auf!

Mai 12, 2016

T+11 Terekty, Kasachstan

Die Rettung?


Liebe Leute, das Blatt hat sich gewendet! Ok, es hat sich nicht gewendet, das Leben ist nur ein bisschen einfacher geworden. Die Shops in Terekty haben endlich eine neue Lieferung Fertignudeln erhalten! Was das ganze so besonders mach? Es gibt sonst nicht sonderlich viel Essbares zu kaufen und schon gar kein Fleisch. Man weiß leider auch nicht wie die meisten Lebensmittel hier hergestellt werden und woher sie kommen da zum Beispiel die tiefgefrorene Wurst nicht in einer Verpackung isst sondern einfach nur so dort liegt. Dass man mit dem Essen aufpassen muss woher es kommt und wie es zubereitet wird ist denke ich schon aus den vorherigen Posts hervor gegangen. Von verstrahlten Lebensmitteln über unhygienische Zubereitungsmethoden ist hier alles möglich. Deswegen hat sich das ganze Camp riesig über Fertignudeln gefreut! Ich versichere euch, dass die nächsten Posts wieder ein höheres Niveau haben werden, aber heute möchte ich euch einfach kurz und prägnant meine Lieblingsnudeln und wie sie zubereitet werden zeigen – viel Spaß!

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So sieht die Packung also aus – ich habe keine Ahnung was drauf steht, aber ich weiß was drinnen ist! Zumindest kann ich es erahnen. Diese Packung kostet 180 Tenge, welches einem Wert von 48cent entspricht.

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In der Packung inkludiert sind: Nudeln, Gemüse mit kleinen Rinderbällchen (zumindest vermute ich, dass es sich bei den kleinen braunen Bällchen um Rind handelt da es immerhin eine Rindersuppe sein soll), eine Chili-Gewürzmischung und eine kleine Gabel.
Man mixt dann einfach alles zusammen und gießt kochendes Wasser darüber..

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… und nach ca. 10 Minuten ist der Energielieferant fertig, der im Vergleich zu dem anderen Essen welches ich hier so esse, immerhin Gewürze beinhaltet!

Ich hoffe mein Koch-Tutorial hat euch gefallen, auch wenn es wirklich nichts aufregendes ist. Man muss denke ich wirklich hier sein und das Alles erleben um da wirklich mitfühlen zu können wie verdammt hart es hier ist. Morgen werde ich über die 2 Klassen Gesellschaft von Terekty berichten, welcher für diesen kleinen Ort wirklich immens ist! Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Tag und wenn ihr wollt bis bald!

Glück Auf!

Mai 11, 2016

T+10 Terekty, Kasachstan


The Private Issue!



Home Sweet Home! – oder besser gesagt: Herzlich Willkommen im Container 3b. Wie schon heute Vormittag angekündigt möchte ich diesen Blogpost meinem Container und dem Camp widmen in dem ich aller Voraussicht nach noch 2 Wochen lang wohnen und Leben darf. Zu Beginn war es ein Schock, als ich den Container zum ersten Mal sah und auch heute bin ich immer noch nicht hellauf begeistert wenn es darum geht in einem Container leben zu müssen, aber ich habe mich damit abgefunden, denn immerhin ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass in den nächsten Tagen, in meiner Nähe, noch eine bessere Unterkunft entstehen wird. Insgesamt Leben in unserem Base Camp Terekty 26 Mitarbeiter diverser Firmen und jeder hat seine eigene Containerhälfte. Ausgestattet ist diese mit Tisch, Schrank, Stuhl, Minibar, Waschbecken und Dusche zwar relativ spärlich, aber im Großen und Ganzen hat man alles was man zum Leben benötig und das sogar noch komprimiert auf eine Größe von ca. 15m². Platz für viele Aktivitäten bleibt da nicht, aber nach den langen Arbeitstagen ist man im Grunde sowieso froh genug endlich sein Bett aufsuchen zu dürfen. Ich habe ein paar Fotos gemacht, so könnt ihr euch am besten einfach selbst ein Bild davon machen, wie ich hier Lebe.


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Base Camp -Den Container auf der rechten Seite an dem das Licht brennt, darf ich zur Hälfte mein Eigen nennen.


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Und so sieht meine Hälfte im Inneren aus. Hinter mir befindet sich die Dusche und vor mir die Eingangstüre. Wie findet ihr es? Sieht doch ganz Häuslich aus oder? Einrichtungstechnisch würde ich dem Produzenten zwar noch den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag geben und auch den „Innenarchitekten“ würde ich gerne einmal zum Gespräch bitten, aber für ein Monat ist es doch ganz ok. Und wenn ich den Container mit anderen Häusern in diesem Ort vergleichen muss, so bin ich doch froh, dass ich wenigstens sauberes, nicht verstrahltes, warmes Wasser, ein warmes Bett und ein dichtes Dach besitze.

Liebe Leserinnen & Leser, liebe Blogger – ich wünsche euch noch einen schönen Abend und freue mich schon das nächste Mal von euch zu hören!



Glück Auf!



PS: Ich habe gesehen, dass die Videos die ich auf Blogger im letzten Post hochgeladen habe, eine extrem schlechte Qualität haben, deswegen werde ich am Ende meiner Reise noch ein paar Zusammenschnitte auf YouTube hochladen und hier einbetten.


T+09 Terekty, Kasachstan

Die Nacht bricht heran!

Sonnenuntergang in Terekty.
An den vergangenen zwei Abenden bzw. Nächten, habe ich versucht meine Kamera am Dach eines Container zu platzieren um eine Time-Lapse-Aufnahme zu bekommen. Ich habe meine Kamera so eingestellt, dass diese alle 10 Sekunden ein Foto macht. Da es in Kasachstan sehr, sehr windig sein kann, habe ich auch ein, wie ich finde, richtig tolles Wolkenspiel eingefangen. Ich hoffe euch begeistern solche Videos genau so, wie sie mich begeistern. 

Ich finde, in diesem Video sieht es so aus, als wären die Wolken Wellen!

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Und bei diesem Video fand ich den Sonnenuntergang an sich sehr schön bzw. wie der Mond untergehen zu scheint, auch wenn ich die Kamera leider zu spät hinaus gestellt habe und der Akku zu früh leer wurde :/ 

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Heute Abend werde ich mich noch mit einem Post über meinen wunderhübschen Container bei euch melden, da ich finde, dass dieser seinen eigenen Post verdient hat. Bis dahin, hab einen schönen Tag, 

Glück Auf!


Mai 10, 2016

T+08 Terekty, Kasachstan

Der Tag des Sieges.


Da in Kasachstan gestern ein Feiertag war, hab ich mir die Freiheit genommen einen Tag keinen Blogpost zu verfassen und schreibe deswegen jetzt, früh am Morgen einen kurzen Post. Warum war gestern ein Feiertag? Gestern war in Kasachstan sowie in Russland, Weißrussland, Armenien, Georgien und Montenegro, der Tag des Sieges. Doch was wird hier eigentlich gefeiert? – Der Tag des Sieges; der Tag des Sieges über das Deutsche Reich am 09 Mai 1945. Auch in unserem kleinen Ort Terekty, wurde ausgelassen gefeiert. Es gab im Gebäude der Kantine Livemusik und das Militär war auch in einer Vielzahl vertreten. Es war ein sehr eigenartiger Anblick, 12-jährige Jungs mit Maschinengewehren in der Hand herumlaufen zu sehen, die kleineren Buben hatten immerhin schon Holzwaffen in der Hand.  Leider musste ich gestern trotzdem arbeiten und das Essen war gestern so schlecht, dass ich mir am Abend, von einem Kollegen, noch Fertignudeln ausborgen musste, da ich so hungrig war. Außerdem hatte ich am Morgen zu dehydrieren begonnen, welches sich durch starke Wadenkrämpfe bemerkbar machte und die Schmerzen in der Wade lassen bis heute nicht nach.  Ich trinke auch wirklich viel zu wenig, obwohl es wirklich wichtig wäre. Ein freier Tag würde mir auch nicht schaden, diese 12 Stunden Tage, 7 Tage die Woche beginnen mir an die Substanz zu gehen. Heute Abend werde ich schon so viel gearbeitet haben, dass meine Soll-Zeit für diesen Monat schon erfüllt sein wird.

Trotzdem bin ich immer noch total Begeistert von der Landschaft in Kasachstan. Die Steppe mit ihren vielen Hügeln erinnert mich irgendwie an eine Mondlandschaft mit  Gräsern und sieht teilweise wie ein Windows-Wallpaper aus. Vereinzelt sprießen auch wunderschöne Pflanzen durch den kargen Steinboden, auch wenn ich keine Ahnung hab um welche Pflanze bzw. Blume es sich dabei handelt. Sollte irgendjemand wissen wie diese Blume heißt, schreibt es doch bitte in die Kommentare. :-)

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Bitte entschuldigt die oft schlechte Fotoqualität, aber ich habe meistens nur mein Handy mit und kann deswegen keine hochwertigeren Fotos machen, da die meisten davon Schnappschüsse sind! 

Glück Auf!

Mai 08, 2016

T+07 Terekty, Kasachstan

Schlechte Musik in Kasachstan? - Fehlanzeige! 


Hallo liebe Leute,


Kasachstan, zeigt sich heute wieder einmal von seiner unschönen Seite. Starker Regen, Nebel und richtig heftiger Wind beherrschen heute schon den ganzen Tag das Wetter. Eigentlich ein perfekter Tag um das Haus bzw. in meinem Fall den Container nicht zu verlassen. Aber die Arbeit ruft und auch wenn ich heute kein perfektes Abkommen mit meiner Motivation schließen konnte, ging es wohl oder übel in die Firma. Malika, die junge Dame die ich in meiner 24-Stundenschicht kennen lernen durfte fuhr vor ein paar Tagen mit uns zum Essen in die Kantine und auch wieder zurück und hatte die Idee, dass wir unsere Handy ja einmal tauschen könnten um die Musik des jeweils anderen zu hören. Ich war von der Idee super begeistert, weil es mich schon immer interessiert hat, was die junge Generation in Kasachstan eigentlich für Musik hört. Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass die Musik, welche ich auf meinem iPhone habe, nicht unbedingt die ihre ist, aber wir können ja wieder zurück tauschen, wenn es ihr nicht gefällt. Also haben wir getauscht und ich war total begeistert! Ich hatte so etwas in keinster Weise erwartet. Sie hat zwar nur 18 Lieder auf ihrem Handy, aber die sind dafür umso aussagekräftiger. Es war eine gute Mischung aus Charts, Trap, Dubstep und EDM.  Also hab ich mir gedacht, dass ich einfach 4 Lieder davon in diesem Post erwähnen werde, damit auch ihr einen besseren Einblick bekommt. 


  • Twenty One Pilots – Stressed out (Charts) // Momentan ein wahrer  Chart stürmer; scheinbar auch in Kasachstan!
                                        




  • Galantis – No Money (EDM) //Offiziell am 1. April 2016 released, also wirklich brandneu
                       



  • Niykee Heaton  - Infinity (Illenium Remix) (Trap) // Released 2015 und definitiv ein Song der mich überrascht hat!
       



  • Chainsmokers - Don't Let Me Down (Illenium Remix) // Finde ich persönlich auch richtig gut und es sieht wohl ganz danach aus, als wäre Malika ein Illenium-Fan
       


Inspiriert von der Musik auf ihrem iPhone habe ich mir gedacht, ich könnte doch mal das Internet nach einer aktuellen kasachischen Charts-Liste durchsuchen und bin tatsächlich fündig geworden. Irgendwie fand ich die Liste dann aber doch recht eigenartig, da Lieder, welche bei uns schon länger nicht mehr bzw. sehr weit hinten in den Charts sind, hier auf den vorderen Plätzen landen. Die ersten 10 Songs möchte ich euch jetzt zeigen: 
  1. SIA – Chandelier
  2. Pharrell Williams – Happy
  3. Alan Walker – Faded
  4. Adele – Hello
  5. Twenty one Pilots – Stressed Out
  6. Kwabs – Walk
  7. Beyoncé – 6 Inch (feat. The Weeknd)
  8. Wiz Khalifa – See You Again (feat. Charlie Puth)
  9. John Legend – All of Me
  10. Taylor Swift – Blank Space

Interessant finde ich übrigens auch die Tatsache, dass sich PSY mit „Gangnamstye“ immer noch auf Platz 15. Der Rangliste befindet! Für mich ist es wirklich sehr spannend zu sehen welche Musik die Menschen hier hören und ich muss zugeben, dass ich wirklich überrascht worden bin, da ich ganz andere Vorstellungen hatte.


Ich wünsche euch noch einen schönen Tag,

Glück Auf!







Mai 07, 2016

T+06 Semipalatinsk/Kurchatov, Kasachstan

Ein schwarzes Kapitel in der Geschichte Kasachstans direkt in meiner Nähe?

Hallo Leute,


heute möchte ich kurz über ein sehr schwarzes Kapitel Kasachstans schreiben. Normal würde ich darüber nicht berichten, wenn dieses Kapitel nicht in unmittelbarer Nähe, sprich <100km zu meinem Standort in Terekty passiert wäre. Es geht um die zwischen den Jahren 1949 und  1989 gezündeten Atombomben. Insgesamt wurden hier 496 Atombomben getestet; 113 überirdisch und 383 unter der Erde. Die heute, 20 Jahre nach der letzten Sprengung, existierende Strahlung ist immer noch 400-mal höher, als der maximale Grenzwert. Aufgrund dessen muss auch das Wasser, welches wir hier im Camp benutzen teuer angeschafft werden, da das gesamte Wasser in der Region immer noch verstrahlt ist bzw. verstrahlt sein kann. Meine Firma hat sehr viel Geld in das System der Wasserbeschaffung gesteckt, was auch absolut notwendig ist. Das Zentrum der Tests waren die Städte Semipalatinsk und Kurchatov.  Erst 2012 war die Sicherung aller bekannten Atomreste beendet und das Testgelände wurde für immer geschlossen. Der kalte Krieg forderte hier seinen viel zu hohen Tribut. In den umliegenden Dörfern, sind die meisten Krankheuten durch Verstrahlungen verursacht worden, in den meisten Fällen Krebs. Da der Nachweis  an einer, durch radioaktive Strahlung bedingten Krankheit zu leiden, sehr teuer und für die meisten Erkrankten nicht bezahlbar ist, werden diese nicht als Opfer anerkannt und müssen in bitterer Armut leben.  Selbst auf google Maps kann man die Spuren der Tests anhand der entstandenen Krater bzw. Seen wie z.B. dem See „Chagan“ deutlich erkennen.

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Da ich dieses Gelände, auch aufgrund der damit verbundenen Risiken, nicht besuchen werde, kann ich euch nur ein Foto eines Kraters von Wikipedia zeigen aber ich hoffe ihr 
versteht das und die damit verbundene Quellenangabe: Wikipedia

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Von The Official CTBTO Photostream - Crater, CC BY 2.0,
Urheber 


Morgen werde ich wieder von einem erfreulicherem Thema berichten aber ich finde, dass dieses Tests doch Erwähnung in meinem Blog finden sollte.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag,

Glück Auf!

Mai 06, 2016

T+05 Terekty, Kasachstan

Shopping in Terekty?

Hallo Leute!

Heute würde ich euch gerne erzählen wie es hier eigentlich mit Einkaufsmöglichkeiten aussieht! In unserem Ort, Terekty, gibt es 3 Shops. Als besteht der ganze Ort schon fast ausschließlich aus Shops. Ok, Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber man kann in diesem Ort sonst nichts kaufen. Keine Tankstelle, keine Autowerkstatt, rein Garnichts. Also bleiben nur noch diese 3 Shops übrig in denen man Dinge die man so zum Leben benötigt kaufen kann. Diese Shops sehen aber keineswegs aus wie die großen Supermarktketten die wir kennen, sondern eher wie diese alten Kaufmannsläden die es vor vielen, vielen Jahren einmal gab. Die Shops an sich sind eher unscheinbar, also ich hätte beim ersten Betrachten dieser Häuser nicht an einen Supermarkt gedacht. Aber seht doch einfach selbst:

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Der "größte" Shop in Terekty

Hauptsächlich kaufen wir in diesem Shop ein ,weil er der Shop mit der größten Auswahl, also dem größten Sortiment ist. Außerdem wird bei einem anderen Shop stets ein Spezialpreis für Touristen gemacht und das meine ich nicht im Positiven. Dort muss man dann schon einmal das doppelte für seinen Einkauf hinlegen und da Preis-Beschilderung in der Regel nicht üblich sind und es Quittungen generell nicht gibt, kann am Ende auch niemand mehr nachprüfen wie viel ein Produkt den überhaupt gekostet hat. Gezahlt wird in Kasachstan übrigens in Tenge – einer Währung die vom Aussehen stark an Spielgeld von Monopoly erinnert. Wie bereits in einem früheren Post erwähnt, sind Kasachen und Russen verrückt nach Schokolade, deswegen gibt es in diesem Shop auch eine riesige Theke mit Süßigkeiten. 

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In diesem Shop gibt es auch eine eigene Beauty-Abteilung, welche ein ansehnliches  an Produkten aufweist. Die Modeabteilung ist außerdem auch vertreten.

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Von Hausschuhen bis zu Glätteisen und Lockenstab ist alles Vorrätig.


In einem zweiten Raum  lagern die Getränke, Brot, Milch, Dosen und so weiter. Auch wenn sich das Sortiment stark von unserem unterscheidet. Zumindest habe ich zu Hause noch kein Pferdefleisch in Dosen gefunden.



Wie man also unschwer sehen kann sind die Shops extrem klein, also für Großeinkäufe nicht geeignet. Dafür muss man schon eine 2-stündige Fahrt auf sich nehmen um in die nächstgelegene Stadt (Karkaraly) zu fahren. Dennoch findet man hier die Basics die man zum Leben braucht und auch wenn es 3 Tage gedauert hat bis ich ein Deodorant bekommen habe, habe ich es bekommen.

Wünsche euch ein schönes Wochenende,

Glück Auf!

Mai 05, 2016

T+04 Terekty, Kasachstan

Liebe Leute,


Im heutigen Blogpost dreht sich alles um das Essen hier in Kasachstan. Was ich aber schon vorweg verraten kann ist, dass es sich hier nicht um „Food-Porn“ handelt.  Die kasachische Küche ist bekannt für ihre Pferde- und Hammelfleisch Gerichte. Das Nationalgericht ist „Beschbarmak“.  Grundsätzlich ist das Essen sehr einfach gehalten. Es gibt immer Fleisch - entweder Pferd, Schaf, Ziege, Rind oder Huhn. Da in Kasachstan mehr als 70% der Bevölkerung  Muslime sind, wird Schwein in der Regel nicht zubereitet. Auch die russische Suppe „Borschtsch“ wird hier sehr oft verzehrt und besteht zum Großteil aus roter Bete. Auch Salat aus roter Bete wird gerne zu den Mahlzeiten gereicht. Als Beilage gibt es entweder Nudeln, gekochten Buchweizen oder Kartoffeln. In der Kantine, in der ich jeden Tag esse wird aber ohne jegliche Gewürze gekocht, was ich sehr schade finde, da man diese Gerichte mit den richtigen Zutaten und Gewürzen mit Sicherheit super aufwerten könnte. Leider muss man dazusagen, dass in diesem Teil Kasachstans, Essen ausschließlich als Energielieferant dient und nicht unbedingt um seine Geschmacksknospen zu befreidiegen. Zuerst einmal eine kleine Collage an Bildern, der üblich servierten Gerichte:

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Fleisch, Fleisch, Fleisch mit Nudeln, Nudeln, Nudeln - ungesalzen/ungewürzt
dazu einen russischen Rote-Bete-Salat und einer Suppe mit , Gemüse, Fleisch, Oliven und Sahne 


Ein traditionell kasachisches Gericht: "Manti"

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Manti sind Teigtaschen gefüllt mir Hackfleisch, serviert mit Kartoffeln und Sahnesauce.
Dazu gibt es eine Pferdefleischsuppe, Gurken-Zwiebel-Salat und einem Saft aus eingekochten Früchten.

Zu guter Letzt: "Beshbarmak" -  das Nationalgericht Kasachstans:


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Beshbarmak besteht aus gekochtem Pferde- oder Hammelfleisch, gekochten Teigfladen
und einer Sauce aus Zwiebeln und Öl


Als Getränk serviert man Kumys. Es besteht aus vergorener Stutenmilch. Gerne wird auch Kompott serviert - ledoglich fehlen die Früchte und es wird extrem viel Zucker zugesetzt.

Zu besonderen Anlässen wird zusätzlich zum Beshbarmak ein gekochter Schafskopf serviert. Leider war ich genau bei einem solchen Anlass dabei und fand es richtig Ekelig! Und ja, er wurde gegessen. und ja, jeder musste ein Stück nehmen - Es gehört sich nicht "Nein" zu sagen, da dieser Kopf so besonders für die Kasachen ist.

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Ich finde die kasachische Küche macht meinen Aufenthalt hier nicht unbedingt einfacher, aber wie sagt man so schön: "Andere Länder, andere Sitten" auch wenn ich dafür schon öfters über meine Grenzen gehen musste. Trotzdem bin ich Gast in diesem Land und habe eigentlich kein Recht darauf, ihre Küche schlecht zu reden, es ist nur einfach ein riesen Kontrast zu den Gerichten, welche wir in Zentral-Europa essen. 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag und guten Appetit,


Glück Auf! 

Mai 04, 2016

T+03 Terekty, Kasachstan

Besserung in Sicht?


Meine erste 24h Schicht war unglaublich anstrengend aber es war ein unglaublich gutes Gefühl es um 08:00Uhr morgens endlich hinter sich gebracht zu haben und das Bild das sich mir um 04:45Uhr morgens auftat entschädigte wirklich einiges. Auch wenn es so kalt war, dass wir als wir die Anlage verließen, die Windschutzscheibe vom Eis befreien mussten.  



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Terekty, Kasachstan - Sonnenaufgang 04:45Uhr


Nach 4 Stunden Schlaf ging es dann aber wieder zurück in Arbeit. Gott sei Dank hat sich mittlerweile so etwas wie Routine eingestellt und ich habe geregelte Arbeitszeiten, auch wenn diese 12 Stunden Tage bedeuten. Ich fange an mich an das Leben und die Umstände hier zu gewöhnen. Man lernt immer mehr (tolle) Menschen kennen und kann mit ihnen auch so richtig viel Spaß haben. Andreas, ein Kollege aus Schweden und ich malträtieren zum Beispiel immer einen typisch kasachischen Geländewagen. Hin und wieder muss man zwar um sein Leben  Angst haben wenn er fährt, aber auf der anderen Seite macht es einfach unglaublich viel Spaß mit dem Wagen über Stock und Stein bzw. in jedes Schlagloch und über jeden Hügel zu fahren. In gewisser Weise bewundere ich ihn und seine Einstellung. Er meinte zu mir:“ Weißt du, wenn du in Scheiße schwimmst, musst du das Beste daraus machen. Wir können hier nichts tun außer arbeiten, essen und schlafen. Die Arbeit ist hart, das Essen ist grauenvoll und das Bett ist unbequem. Es geht einzig und allein um den Spaß, den du dir aus jeder Situation machst – du musst in Allem immer das Gute sehen!“ Und damit hat er sowas von Recht! 

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Terekty, Kasachstan - unser "Geländewagen"



Auch mit meinem Container läuft es mittlerweile besser. Ich denke wir haben uns miteinander angefreundet. Oder ist es etwa doch Hass-Liebe? Ich weiß es nicht, aber ich habe kein Problem mehr hier zu sein und das freut mich. Es macht jeden Tag viel einfacher! 


Wie würdet ihr es hier in Kasachstan finden, bzw. mit diesen Situationen umgehen?

Glück Auf!

Mai 03, 2016

T+02 Terekty, Kasachstan

... nach 3 Stunden musste ich allerdings aufstehen um die Heizung zurück zu drehen bzw. das Fenster zu öffnen, denn der Container hat sich in der Zwischenzeit in eine finnische Sauna verwandelt, mit gefühlten 100C. Danach schlief es sich gleich viel besser, bis um 06:30Uhr mein Wecker klingelte. Ich konnte allerdings noch bis 7:10Uhr im Bett bleiben, machte mich frisch und fuhr dann mit den anderen Kollegen zur Mine, im Regen versteht sich. Glücklicherweise waren meine Zweifel von gestern Nacht überwunden und ich startete wieder happy in einen neuen Tag. Das Wetter wurde irgendwann auch besser und Kasachstan zeigte sich endlich von seiner schönen Seite. Das Mittags- und Abendessen war genauso schlecht wie schon am Tag zuvor, aber man muss sich damit abfinden, viele weitere Möglichkeiten hat man ja sowieso nicht. Nach dem Essen fuhren wir schnell in einen Shop um Getränke und etwas Süßes zu kaufen  und so etwas habe ich noch nie gesehen. In diesem Laden gibt es so ziemlich alles was man sich vorstellen kann, am meisten aber Schokolade. Die Kasachen sind, gleich wie die Russen verrückt nach Schokolade. In einem Raum sind die Getränke gelagert von denen ich aber kein einziges kannte, da man für die internationalen Marken wie z.B. Coca Cola extra bei der Bedienung danach fragen muss. So einen lustigen aber eigenartigen Shop hab ich mein ganzes Leben lang noch nie gesehen! Von außen würde man auch nie erahnen, dass es sich hier um ein Geschäft handeln könnte! Danach ergab sich aufgrund technischer Probleme auch  schon meine erste 24h Schicht und das am ersten vollen Arbeitstag, na gratuliere. Aber auch das hatte seine guten Seiten, denn ich hatte die Möglichkeit Malika, eine junge Dame aus der Nachtschicht kennen zu lernen, welche vor 2 Tagen ihren 23. Geburtstag gefeiert hat. Da sie gut englisch spricht und sehr kommunikativ ist, haben wir schnell in ein Gespräch gefunden und ein paar Interessante Dinge erfahren. Zuerst einmal ist Malika im Besitz eines weißen iPhone 5s – was bei mir erst einmal für große Verwunderung sorgte, da ich überzeugt davon bin das hier Armut hoch 10.000 herrscht. Ich fragte sie wo sie denn das iPhone gekauft hätte, da es wie schon gesagt, in der näheren Umgebung nichts gibt, um so etwas zu kaufen. Sie hat es aus Karaganda, der Stadt, die wir am Weg nach Terekty durchfahren hatten. Immerhin 5 Autostunden von hier entfernt. Sie selbst ist auch aus Karaganda und hat ihre Familie bis vor kurzem noch alle 2 Wochen besucht – mittlerweile hält sie es aber schon ein Monat ohne ihre Familie hier aus. Außerdem mag sie Musik und sie hat mich gefragt ob ich ihr nicht Musik auf ihr iPhone tun könnte, aber das ist dank Apple ja leider nicht möglich ohne dabei ihr Handy neu zu synchronisieren, bzw. meine Daten auf ihr Telefon zu spielen. Die jungen Kasachen hören westliche Musik. Charts und EDM – eigentlich genau das gleiche wie Europäer und Amerikaner. Ganz anders als ich es mir erwartet hätte. In Serbien zum Beispiel wird fast ausschließlich serbische Musik gehört. Ich fragte sie was man so in Terekty in der Freizeit machen könnte und sie antwortete wie ich es mir erwartet hatte – nichts. In der Mehrzweckhalle wo wir immer Essen gibt es hin und wieder Karaoke und ein Aquarium, da sie aber immer 12 Stunden pro Tag arbeitet, hat sie eigentlich keine Zeit für solche Aktivitäten. Ich freue mich schon sehr, mehr über dieses junge Kasachstan zu erfahren. Aber ich möchte nicht gleich mit der Türe ins Haus fallen und so hoffe ich einfach jeden Tag ein bisschen mehr zu erfahren.


Glück Auf!

Mai 02, 2016

T+01 Astana, Kasachstan

09:00Uhr morgens, das Hoteltelefon klingelt. „Hello Sir, your Taxi driver is here.” Das kann sich doch jetzt bitte nur um einen Scherz handeln oder? Es wurde mir ausdrücklich in einer E-Mail erklärt, dass der Taxi-Fahrer erst gegen 10:00 Uhr hier sein wird! Also aufgestanden, angezogen und los. Ausgepackt oder ähnliches hatte ich ja sowieso nicht, da ich gestern, wie wir uns zurück erinnern, erst gegen 04:15 Uhr im Bett  und nicht in der Lage irgendetwas zu tun war. Im Taxi saß bereits ein Kollege aus Schweden, den ich gerade zum ersten Mal traf. Vor uns lag also eine 7-stündige Autofahrt weiter Richtung Süd-Westen. Dass ich nach dem Vortag und der etwas kurzen Nacht immer noch tot-müde war versteht sich von selbst, doch im Auto ein wenig zu schlafen war ein Ding der Unmöglichkeit, denn die Straßen Kasachstans sind eine Farce. Der Asphalt auf der Straße, wenn es denn einen gab, war mit Löchern überseht, da Bauarbeiter irgendetwas herausgeschnitten hatten und ausweichen konnte man auch nicht immer, da man entweder Gegenverkehrt hatte oder sich Loch genau in der Mitte der Straße befand. Da lief man schon das eine oder andere Mal der Gefahr aus, sich den Kopf irgendwo im Wagen anzuschlagen. Es ging vorbei an Karaganda, der 4. Größen Stadt Kasachstans immer weiter Richtung Süd-Westen und irgendwann kam man nur mehr einmal pro Stunde an einem kleinen Dorf vorbei, ansonsten war einfach nur Steppe, Steppe und nochmal Steppe. Ein wunderschöner Anblick, allerdings auch mit dem Gedanken verbunden irgendwo im Nirgendwo arbeiten zu müssen.  Als wir dann endlich in unserem Zielort „Terekty“ ankamen, bot sich mir ein Bild des Schreckens. Ein kleines Dort, in der Mitte von Nichts, sozusagen am Ende der Welt. Verfallene Häuser und ein Camp bestehend aus Containern. Noch nicht mal aus dem Auto ausgestiegen wollte ich bereits wieder umkehren, aber es gibt Situationen durch die muss man einfach durch und Das war eine davon. Ich bekam meinen Container bzw. meine Containerhälfte zugewiesen und sofort nach dem ich den Schlüssel bekommen hatte wurde ich gefragt ob ich schon zu Müde zum Arbeiten sei, oder ob ich noch Kraft habe, denn sie würden meine Hilfe dringend benötigen. Natürlich antwortete ich mit „of course we can go to the plant now if you wish“, denn „Nein“ sagen ist in dem Beruf in dem ich Arbeite nicht möglich oder besser gesagt nicht angebracht. Man gab mir also 15 Minuten um mich umzuziehen und wenigstens mein Gepäck in meinen Container zu stellen. Es ist das erste Mal, dass ich in einem Container wohnen muss und es war wirklich ein Schock für mich. Normal gibt es in der Nähe immer ein Hotel und wenn ich in einer Stadt bin kann es auch schon einmal ein Falkensteiner, Hilton oder Hyatt sein aber kein verdammter Container! Nachdem ich umgezogen war stieg ich also in das Auto und man fuhr mich zur Anlage, wo ich Gott sei Dank, einen sehr guten Kollegen von mir traf den ich von meiner letzten Reise nach Serbien sehr gut kannte und der darauf bestand mich anzuheuern. Mit meinen letzten Kraftreserven versuchte ich mir noch irgendwie einen Überblick zu verschaffen aber es war nicht möglich. Ich war eigentlich schon so am Ende, dass es mir schon schwer viel gerade zu gehen. Um 20:30 Uhr verließen wir die Anlage und fuhren direkt zum „Dinner“. Man erklärte mir dass es das einzige Restaurant in der Nähe sei und das glaubte ich ihnen sofort, aber als ich dort ankam war das bei Gott kein Restaurant sondern eher eine Kantine in einer riesigen Halle die nur zu 1/3 mit Tischen eingerichtet war und der Rest war leer. Wie ein Zeltfest, ohne Musik, Dekoration und Besuchern. Ich war aber verwundert, denn es schien als sei das Ganze eine neu aufgebaute Mehrzweckhalle. Und Tatsächlich gibt es in der Halle noch ein Swimming Pool, eine Turnhalle, ein Aquarium und einen Boxring.  Wieso und für wen das alles Gedacht ist kann ich nicht sagen, ich weiß nur dass meine Fima und unser Projekt dort, dem kleinen Ort zu ein wenig „Reichtum“ verholfen hat, wobei sich Reichtum in Österreich bzw. Deutschland anders zu Reichtum in Kasachstan verhält. Ich holte mir von dieser Kantine also etwas zu Essen und es war einfach nur Grauenvoll. Ich versuche jede Küche irgendwie zu respektieren aber es war grauenvoll. Eine Suppe die noch halbwegs essbar war, als Hauptspeise gab es gekochtes Rindfleisch mit Kartoffeln und einer „Sauce“ aus Öl und puren Zwiebeln. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nichts gegessen, das weniger Gewürzt gewesen wäre - es war nämlich gar nicht Gewürzt und schmeckte nach nichts.. Nach dem Essen ging es zurück in meinen Container wo ich Krampfhaft versuchte mich mit ihm anzufreunden, was allerdings scheiterte. Es gibt absolut keinen Platz, das Wasser der Dusche war eiskalt und schon nach einer Minute aufgedrehtem Wasser stand alles unter Wasser. Im Container an sich war es eiskalt und ich drehte die Heizung auf um es irgendwie gemütlich zu haben. Ich legte mich also endlich in mein Bett und hatte einen Moment purer Verzweiflung. Mein Jetlag machte sich bemerkbar, ich war übermüdet, überfordert mit der Umgebung,  mit dem Container, mit dem Essen – die Familie tausende Kilometer weit entfernt genauso wie Freunde und Bekannte. Immerhin war der Wlan-Router genau vor der Tür, der es wenigstens zulässt auf Whatsapp zu schreiben, auch wenn ich an dem Tag schon viel zu müde dafür war. Ein Moment in dem ich kurz zu zweifeln begann.

To be continued..

Mai 01, 2016

T-00 Graz/München/Istanbul/Astana


Hallo Leute,

Kann es denn eigentlich noch schlimmer kommen?

Begonnen hat alles damit, dass mir die Lufthansa am Dienstagabend Bescheid gab, das durch den Streik am Mittwoch in Frankfurt am Main, mein Flug nach Astana bzw. der Flug von Graz nach Frankfurt ausfallen wird und mir prompt eine Umbuchen zufliegen lassen welche besagte, dass ich nicht wie geplant über Frankfurt nach Astana fliegen werde, sondern über München und Istanbul. –toll. Statt um 22:00 Uhr komme ich nun also um 02:10 Uhr morgens in Astana an und anstatt 10:45Uhr ist mein Flug nun um 09:45. Wäre alles ja nur halb so schlimm würde sich nicht noch die reine Flugzeit hochpotenzieren. Das positive: ich fliege zum ersten Mal in meinem Leben in die Türkei! Also habe ich mich gegen 08:30 Uhr auf den Weg Richtung Flughafen gemacht – wohlgemerkt in strömenden Regen, starkem Wind und für April eiskalter Temperaturen. Schnell eingecheckt und durch die Security-Kontrolle, gab es schon das erste Problem – ich musste einen Sprengstoffspuren-Test machen, wieso auch immer. Natürlich war dieser negativ und ich kann mir irgendwie auch nicht so recht vorstellen, dass ich wie ein Bombenbauer bzw. Terrorist aussehe aber gut, ich hab immerhin aufgrund meiner leichten Nervosität nicht sonderlich gut geschlafen. Also ging es bei katastrophalem Wetter nach München wo mich dann auch noch ein Schneesturm am Flughafen erwartete – ist ja nicht a-typisch für Süddeutschland und Österreich, Ende April. In München war der Flughafen dann natürlich wie ausgestorben, denn immerhin hatte der Streik auch München getroffen. Ein Menschenleerer Flughafen könnte ja auch von Vorteil sein wenn ich nicht den Terminal wechseln und aufgrund dessen erneut durch die Passkontrolle und den Sicherheitscheck müsste. Der natürlich ewig dauerte, da alle Menschen die sich auf dem Flughafen noch finden ließen und einen Flug hatten durch diese Kontrollen mussten wo jeweils genau 2 Menschen arbeiteten – Gott hab‘ sie seelig. Also rein in den Flieger und los Richtung Istanbul. Da ich ja jetzt nicht mehr mit der Lufthansa flog weil diese ja Streikte wurde ich auf den Star Alliance Partner „Turkish Airlines“ umgebucht. Kurze Hintergrundinformation, Turkish Airlines ist die Fluglinie mit den Weltweit meisten Destinationen und wurde 2015 zur 4. Besten Airline der Welt gekürt, welches dann auch dazu führte, dass  die Flüge mit Turkish zu den positivsten Erlebnissen der ganzen Hinreise wurden. Die Crew war unglaublich freundlich und zur Begrüßung gab es ein kleines Stück Baklava, einer türkischen Spezialität. Danach folgte ein Gurkensalat mit frisch aufgebackenen Brot, Pasta oder Pute und Schokomousse als Dessert, dazu hab es noch Butter und Wasser, wobei das Wasser eigentlich unnötig ist, da man auf Turkish-Flügen so ziemlich jedes Getränk ohne Aufpreis bekommen kann, wie z.B. eine Flasche Sekt oder eine Dose Bier sowie Whiskey oder Cognac etc. wofür man bei der Austrian Airline sowie bei der Lufthansa extra bezahlen müsste. Außerdem haben die Flieger der Turkish Flotte tolle Fernseher in den Sitzen integriert und man bekommt auch seine eigenen (wiederverwendbaren) Kopfhörer dazu und wenn man die Fernbedienung aus dem Sitz nimmt und umdreht, kann man sogar das eine oder andere Spiel via eines Controllers spielen. Auf Langstreckenflügen sind diese Gadgets ja grundsätzlich Gang und gebe aber nicht auf Flügen welche knapp 3 Stunden dauern. Am Flughafen in Istanbul, der zu den größten Flughäfen Europas zählt ging es dann etwas entspannter zu auch wenn dieser überfüllt mit Menschen war. Der Flug nach Astana war auch sehr angenehm und das Essen an Board wieder vorzüglich. Diesmal gab es neben einer Art Joghurt-Salat mit Lachs, Fleischlaibchen mit Püree und Gemüse, dem frischen Brot und dem Wasser eine Kaffeecreme welche wirklich ein Highlight war. Dann endlich die Landung um 02:0 0Uhr morgens Ortszeit in Astana. Raus aus dem Flugzeug, rein in die Empfangshalle und schon hatte ich erst einmal keinen Plan was ich jetzt tun sollte, denn jeder Gast füllte irgendwelche Zettel aus von denen ich keine Ahnung hatte, worum es dabei ging. Der Typ von der Zollbehörde sah auch eher wie Kim Jong Un aus und den wollte ich dann auch nicht um Hilfe bitten. Ein anderer Fluggast erklärte mir, dass jeder einreisende diesen Zettel auszufüllen hat und er borgte mir auch einen Stift, denn den hatte ich jetzt auch nicht bei der Hand, wieso auch? Ich verstand nicht wieso ich den Zettel ausfüllen musste, denn all diese Fragen hatte ich bereits in meinem Visums-Antrag beantworten müssen und hätte sonst kein Visum bekommen z.B. Wieso ich nach Kasachstan reise, wo ich untergebracht bin und wer die Reise finanziert. Als ich endlich draußen war, war es 02:45 Uhr. Ich ging nach draußen und ich wurde nicht wie erwartet abgeholt sondern war erst einmal alleine auf diesem Flughafen. Umgeben von lauter Arbeitslosen Kasachen welche krampfhaft versuchen durch ihre Taxidienste eingereiste Touristen um ihr Geld zu bringen und das auf eine ziemlich aufdringliche Art. Diese Typen wirken im Übrigen alles andere als freundlich. Nachdem dann wirklich niemand auftauchte hab ich schweren Herzens meinen Chef anrufen müssen – um 23:30Uhr deutscher Zeit. Wie unangenehm ist Das bitte? Aber er hat dann die Organisatorin erreicht, bei der es immerhin auch 03:30 Uhr war und sie organisierte mir einen Taxifahrer der mich endlich in mein Hotel brachte. Hätte man mir vor der Reise gesagt in welchem Hotel ich sei, dann hätte ich mir selbst ein Taxi genommen, aber nein, dem war schließlich nicht so. Um 04:15 war ich also endlich im Bett; Hundemüde und Chancenlos einen Blogpost zu verfassen. Deswegen muss ich jetzt mit kurzer Verzögerung posten und versuchen wieder ein wenig Zeit aufzuholen und endlich ein paar Fotos und Videos hoch zu laden.

Bis dahin ein herzliches Glück Auf!